Tagebuch vom Arbeitseinsatz in Kibakwe im Oktober 2014

 

Diesmal nur eine Woche (4 Tage An- und Abreise; drei Tage vor Ort), da Thomas für die Reisen Urlaub nehmen muss, er aber in diesem Jahr keine weiteren Urlaubstage zur Verfügung hat.

 

Diesmal nur zu dritt:

Thomas Runge, Hans Mönninghoff und unser Kisuaheli-Übersetzer Pastor Reinhard Riemer

 

 

Vorab zu diesem Tagebuch: Im Folgenden finden sich auch relevante Problempunkte zum Projekt, denn das Tagebuch soll umfassend und ehrlich informieren. Wichtig ist mir aber ein vorgezogenes Gesamtfazit: Insgesamt arbeitet an dem Projekt sowohl in Tansania als auch in Deutschland ein ganz hervorragendes Team und ich bin überzeugt, dass wir es am Ende erfolgreich abschließen werden.

 

Sonntag, der 05.10.

04.00 Uhr Aufstehen und Flug nach Tansania; im Gepäck u.a. ca. 70 kg Spezialmaterial zur Beseitigung von Leckagen im vorhandenen Wasserverteilnetz in Kibakwe.

21.00 Uhr im Hotel in Dar es Salaam Einstiegsbesprechung mit Michael Onesimo (unser tansanischer Social-Consultant) und Hidde Bekaan (in ein Dar lebender deutscher Wasserfachmann,  der für uns die Bauaufsicht bei den anstehenden Bauarbeiten machen wird)

 

Montag, der 06.10.

Zu fünft 10 Stunden netto (plus Pausen) für die 450 km Fahrt mit einem Kleinbus von Dar nach Kibakwe, davon ca. 140 km Schotterstrecke; abends Besprechung mit dem örtlichen Projektleiter Pfarrer Alex Msaka und seinem Vertreter, dem Lehrer Nickson Tula. Als „Gastgeschenk“ übergeben wir einen Beamer, der zukünftig im Rahmen des Wasserprojektes eingesetzt wird.

 

Dienstag, der 07.10.

Ein Termin-Marathon!

 

08.00 Uhr: Die Höflichkeit gebietet,  sich als erstes beim Chairmann des Village-Councils (den Titel Bürgermeister gibt es in Kibakwe nicht) „anzumelden“ und ins Gästebuch einzutragen.

 

08.30 Uhr: Zusammen mit dem aus Dodoma angereisten Chef der von uns beauftragten Baufirma Besichtigung der aktuellen Baustellen:

 

Beim schon vorhandenen Hochbehälter, wo die Quellleitung aus den Bergen ankommt und fünf Verteilleitungen in die Ortsteile abgehen, werden die Leitungen so umgebaut, dass zukünftig das ankommende und abgehende Wasser mit Wasseruhren gemessen werden kann.

 

Am Standort des neuen zusätzlichen Hochbehälters auf einem Hügel neben der Kirche werden zurzeit die Fundamente ausgeschachtet.

 

Alle Arbeiten laufen (mit leichten Zeitverzögerungen) planmäßig und fachlich qualifiziert.

 

11.00 Uhr: Thomas übergibt einen hochmodernen neuwertigen Defibrillator (Reanimationsgerät), den er vom Forschungsschiff Meteor geschenkt bekommen hat, an die örtliche Krankenstation.

 

 

12.00 Uhr: Besprechung mit dem dafür angereisten Chef der Wasserbehörde des Districts (Landkreis) Mpwapwa über den aktuellen technischen Sachstand des Projektes (alles o.k.) und mit dem Chef der Sozialplanungsbehörde über den aktuellen Stand der Gründung der Genossenschaft, die zukünftig die Wasserverteilung in Kibakwe organisieren soll und deren Gründung vom District koordiniert wird. Diese Genossenschaft (COWSO genannt) ist für den District ein vielbeachtetes erstmaliges Modellprojekt als Alternative zur Abwicklung der Wasserversorgung entweder in einer kommunalen Behörde (was in Tansania keinen guten Ruf hat) oder der Vergabe der Wasserversorgung an eine Privatfirma (Privatkonzerne versuchen, die Wasserversorgung in ihre Hände zu bekommen). In den fünf Teilen der Ortschaft haben in den letzten Wochen Informationsveranstaltungen stattgefunden, auf denen über das Konzept informiert wurde und KandidatInnen für das „Steering Committee“ der COWSO ausgesucht wurden. In der nächsten Woche wird eine Village Assembly“ (Dorf-Vollversammlung) stattfinden, wo mehr als 1.000 Menschen erwartet werden und wo die Village-VertreterInnen des Steering-Committees endgültig gewählt werden. Dies Gremium wird dann noch um VertreterInnen aller wichtigen „Stakeholder“ (z.B. Verband der Viehbesitzer und auch der Lutheranischen Kirche als Besitzerin des neuen Brunnens) ergänzt und gemeinsam bereitet man dann die Genossenschaftsgründung vor (Erarbeitung der Satzung, Wahl eines Board (Aufsichtsrat), Einstellung einer Geschäftsführung). Besonders spannend: Bisher waren 90% unserer Gesprächspartner Männer, nach tansanischem Recht müssen aber in den Gremien der COWSO 50% Frauen sei. Gruppendynamisch ein äußerst spannender Auswahlprozess, aus dem wir Deutschen uns völlig heraushalten.

 

15.00 Uhr: Besprechung mit dem vollständig erschienenen Gemeinderat. Erstes Thema: Die Baufirma aus Dodoma will ca. 30 Arbeiter aus Kibakwe ca. einen Monat lang bei dem Projekt beschäftigen und zahlt einen guten Preis. Es wird damit gerechnet, dass sich viel mehr Leute für den Job melden, die nicht alle beschäftigt werden können und lange wird diskutiert, wer die Leute aussuchen wird.

 

Anschließend wird deutlich, dass in den letzten Monaten erhebliche Spannungen entstanden sind:

 

Pastor Alex Msaka fühlt sich und die Ev.-Luth. Kirche zu wenig wertgeschätzt. „Das Wasser aus dem neuen Brunnen kommt von Gott und der Kirche und nicht von tansanischen Politikern“. Im nächsten Jahr ist sowohl Gemeinderats- als auch Parlamentswahl und nach Alex Einschätzung gibt es einige am Wasserprojekt beteiligte Kommunalpolitiker, die sich zu Lasten anderer profilieren wollen. Alex reicht nicht, dass seine Kirchengemeinde nur zwei der 20 Mitglieder im Steering-Committee der Wassergenossenschaft stellen soll (wobei man wissen muss, dass nur 1% der Bevölkerung in Kibakwe Lutheraner sind und es sechs weitere Religionsgemeinschaften gibt, die überhaupt keine eigenen Sitze im Komitee reserviert bekommen).

 

Andererseits haben wir bzw. Alex als örtlicher Koordinator anscheinend nicht genügend über die laufenden Bauarbeiten informiert bzw. die Dinge vor Ort diskutiert und das Wasserkomitee der Gemeinde, das für den Betrieb des vorhandenen Leitungsnetzes verantwortlich ist, fühlt sich ausgebootet.

 

Nach einem mehrstündigen intensiven Austausch versprechen alle Beteiligten Besserung: Zukünftig wird intensiver zusammengearbeitet, Gerüchte, dass irgendjemand bevorzugt wird, werden nicht mehr gestreut und man wird das Projekt gemeinsam zum Erfolg bringen. Organisatorisches Ergebnis der Kontroverse ist, dass das gegründete informelle „Projekt-Wasser-Team“ aufgelöst wird und in der Übergangszeit bis zum Funktionieren der Genossenschaft das Wasserprojekt (insbesondere Alex) mit dem alten Wasserkomitee der Gemeinde zusammen arbeitet, auch wenn dieses seine Arbeit in den letzten Jahren sehr schlecht gemacht hat und es für den miserablen Zustand des vorhandenen Netzes verantwortlich ist.

 

Abschließend gehen ein Teil der Diskutanten noch zu einem gemeinsamen Bier in eine Kneipe und nach dem Abendessen und dem Tagebuchschreiben falle ich erschöpft ins Bett.

 

 

Mittwoch, der 08.10.

 

Morgens eine intensive Besprechung des „Projekt-Kernteams“: wir drei aus Deutschland, unsere beiden Consultants Michael und Hidde, Pastor Alex und seine zwei Mitarbeiter Emma und Magnus, außerdem der Lehrer Nickson Thula, der die meiste praktische Koordinationsarbeit vor Ort macht, um die Arbeitstermine der nächsten zwei Tage vorzubereiten.

 

Die Themen und Ergebnisse:

  • Wegen des in Kibakwe sehr schlecht funktionierenden Internet war die Kommunikation zwischen Kibakwe und Hannover in den letzten Monaten ungenügend. Sie soll u.a. dadurch verbessert werden, dass wir aus Projektmitteln ein Modem für Nickson finanzieren und alle Mails parallel an Alex und Nickson gehen.
  • Die Reparaturarbeiten am vorhandenen Netz sind seit Mai hinter dem Vereinbarungsstand erheblich zurückgeblieben und das hierfür von uns bereit gestellte Geld wurde nicht ausgegeben, weil nach Einschätzung von Alex die Wassertechniker nicht engagiert genug arbeiten (Man merke sich: Schuld sind immer allein die Anderen!). Wir werden in der folgenden Besprechung mit dem Wasserkomitee noch einmal versuchen, verbindliche Absprachen für die nächsten Monate zu treffen.
  • Neu ist, dass auch die ca. 25 Privatleute, die schon heute in ihren Häusern Wasseranschlüsse haben, diese als Besitzstandswahrung behalten sollen. Frühere Überlegungen, diese Privatgebäude bei wenig vorhandenem Wasser zukünftig zu Gunsten der öffentlichen Wasser-Kioske vom Netz abzuklemmen, würden in Kibakwe zu einer „Revolution von Oben“ führen, die das Projekt ins Chaos stürzen würde, da die Betroffenen in der Regel zur politischen und finanziellen machtvollen „Oberschicht“ gehören. Ca. 10 dieser Privatanschlüsse können jedoch in das System der geplanten 18 öffentlichen Wasser-Kiosken integriert werden, indem diese zukünftig Wasser auch an die Nachbarschaft vertreiben.
  • Sehr positiv: Alle Beteiligten in Kibakwe haben sich auf zukünftig 18 über das Dorfgebiet verteilte öffentliche Wasserabnahmestellen (Wasser-Kioske“) geeinigt (ca. 100 Haushalte pro Kiosk). Neu: Alle Kioske sollen nicht von der Genossenschaft als öffentlichem Träger, sondern von Privatpersonen betrieben werden, die in Abhängigkeit von den verteilten Wassermengen dafür Honorare bekommen (Public-Privat-Partnership; PPP).
  • Auch sehr positiv: Man hat sich in den Gremien auf 18 öffentliche Gebäude bzw. Einrichtungen (Krankenstation, Schulen, Schlachthof, Kirchen/Moschee, usw.) verständigt, die zukünftig mit eigenen Wasseruhren und direkter Bezahlung an das Wassernetz angeschlossen werden.

 

Die vierstündige Besprechung brachte mich an die Grenzen meiner psychischen Fähigkeiten, denn es war sehr schwierig, auf klare Fragen klare Antworten zu erhalten und wenn Absprachen nicht eingehalten werden, waren immer andere Schuld. Meine Frage: Wollt ihr A oder B, damit wir das technisch und finanziell bis zum nächsten Treffen vorbereiten können? Antwort: Sowohl A aus auch B haben folgende Nachteile X. Meine Frage: Wollt ihr also weder A noch B und was wollt ihr dann exakt? Antwort: Das sollten wir diskutieren (was aber nicht geschieht). Mein Hinweis: Wir müssen aber eure Meinung wissen, damit wir weiterarbeiten können. Antwort: Ihr Deutschen seit immer zu eilig. Mein Hinweis: Ich habe diese Frage aber schon vor 6 Monaten gestellt und nur wenn ich jetzt eine Antwort bekomme, können wir das das Problem im nächsten Jahr lösen. Eine langatmige inhaltsleere Antwort, wir brechen die Besprechung dieses Punktes ab und ich frage mich, was mich getrieben hat, dies Projekt zu initiieren.

Doch oh Wunder: Nach der Besprechung zeichnet sich in informellen 4-Augen-Gesprächen dann doch noch eine Lösung ab.

 

Nachmittags zusammen mit zwei Mitgliedern des Wasserkomitees ein weiterer Rundgang durch das Dorf, um noch fehlende Informationen zum Verteilnetz zu erhalten und weitere Leckagen im vorhandenen Wassernetz aufzuspüren. Wieder die große Diskrepanz zwischen stundenlang für Wasser anstehenden Menschen und blühenden bewässerten Gärten; außerdem katastrophale technische Details am Wasserverteilnetz.

 

Abends in kleinem Kreis in einem Restaurant ein Abendessen mit dem Direktor der Secondary School, der vor zwei Jahren auch zur Delegation in Eldagsen gehörte und der den Lehrer Nickson Thula sehr großzügig für die Arbeit an dem Wasserprojekt freistellt.

 

 

Donnerstag, der 09.10.

 

Heute beginnt ein neues Wasser-Zeitalter in Kibakwe! Von 15.00 Uhr an sind die neuen Wasseruhren in Betrieb und ab jetzt wird transparent, wie viel Wasser aus den Bergen kommt und wohin es fließt.

 

Morgens mit 45 Minuten Verspätung Fortsetzung der Besprechung des „Projekt-Kernteams“. Geklärt wird, dass in der Übergangszeit bis zum Funktionieren der COWSO-Strukturen die Kirche beim ersten Brunnen Vertragspartner des Stromversorgungsunternehmens und der District für den zweiten Brunnen sein soll. In der Übergangszeit bezahlen wir den Strom aus dem Bauetat.

 

Weitere Ergebnisse der Besprechung:

  • Man ist mit der Qualifizierung und Arbeitsmoral der drei „Wassertechniker“ im Dorf recht unzufrieden. Vereinbart wurde, dass in den nächsten Monaten weitere Menschen evtl. in Zusammenarbeit mit der bei den Bauarbeiten tätigen Firma Andy Ltd. fachlich ausgebildet werden sollen. Über eine Finanzierung der Ausbildung aus Projektmitteln wird erst entschieden, wenn ein detailliertes Kostenkonzept vorliegt.
  • Der beim letzten Mal vereinbarte Kosten- und Finanzierungsplan für die laufende Arbeit der COWSO liegt noch nicht vor. Es wurde vereinbart, dieses Thema in die Kibakwer Gremien zu verlagern, insbesondere das sich gerade bildende Steering-Committee der COWSO. (Wir aus Deutschland halten uns dabei raus, legen aber Wert darauf, dass genügend Wassergeld gesammelt wird, um eine Rücklage für Reparaturen zu haben, z.B. wenn eine Pumpe den Geist aufgibt.)

 

Anschließend in kleiner Runde:

  • Verbesserung des in Hannover erstellten Lageplans des Wasserverteilnetzes, weil sich in der Zwischenzeit gezeigt hat, dass einige Leitungen anders laufen als bisher angenommen. Der Plan wird anschließend in Hannover überarbeitet und beim nächsten Treffen im Frühjahr 2015 fallen dann die Entscheidungen zur Optimierung des Netzes.
  • Klärung offener Fragen des jetzt kurzfristig zu beschaffenden Pumpen-Equipments; beschlossen wird, dass Thomas und Hidde die Bestellung im Detail abwickeln und wir nicht mit der deutschen Firma Pumpen-Böse zusammenarbeiten

 

 

15.00 Uhr; Treffen mit dem Wasserkomitee der Gemeinde

Ein sehr produktiver Termin! Nickson hat eine tolle PPT über die Probleme des jetzigen Netzes erstellt und führt sie mit dem neuen Beamer vor. Mitglieder des Wasserkomitees versprechen, sich intensiv um die Verbesserung des Netzes zu kümmern und wir sagen zu, die notwendigen Materialien zu finanzieren. Dann erklärt Thomas die mitgebrachen Netz-Reparatur-teile (sehr hochwertiges Material, dass von der Schweizer Firma Georg Fischer gespendet wurde). Höhepunkt ist, dass eine Frau aus dem Wasserkomitee mit Unterstützung von Thomas der versammelten Männergesellschaft vorführt, wie sie mit einer Fischerkupplung „im Handumdrehen“ zwei Rohre so zusammenschließt, dass die Verbindung anschließend von zwei starken Männern nicht wieder auseinander gebracht werden kann.

 

17.00 Uhr; Abschlussbesprechung mit dem Gemeinderat

Auch dieser Termin problemlos in angenehmer Atmosphäre. Als Reinhard jedoch am Ende gegen meine ausdrückliche Bitte den Gemeinderatsmitgliedern einen Artikel der HAZ zeigt, der die unglückliche Überschrift hat: „Kirche baut Brunnen in Tansania“, müssen Thomas und ich nach der schon weiter oben beschriebenen Kontroverse zwischen der lokalen Kirche und Teilen des Gemeindrates leider widersprechen. Wir erläutern, dass die Kirche keinen Cent zu diesem Projekt beigesteuert hat, sondern es von ca. 200 Menschen und Firmen aus der Region Hannover und drei Sondersponsoren kommt und diese Förderer vereint, dass sie allen Menschen in Kibakwe unabhängig ob gläubig oder nicht helfen wollen – selbstverständlich hoffentlich mit Gottes Segen.

 

Anschließend ein gemeinsames Abschiedsessen mit dem Gemeinderat und den am Wasserprojekt Beteiligten. Wir hatten im Mai vom Bürgermeister ein Zicklein als Dank für unser Engagement geschenkt bekommen, das wir einem Bauern zur Aufzucht gegeben haben. Diese inzwischen ausgewachsene Ziege wird jetzt gemeinsam verspeist und wir gehen als Freunde auseinander, die sich in ca. einem halben Jahr nach der Regenzeit wiedersehen.

 

Anschließend Abrechnung mit Alex über den Geldbetrag, den wir im Mai bei ihm gelassen haben und mit dem Material und Lohn für die zwischenzeitlich angelaufenen Arbeiten zur Sanierung des Verteilnetzes finanziert werden sollte. Leider die Erfahrung, dass auch Alex uns als europäische Kühe ansieht, die man gut melken kann. Andererseits macht er die Erfahrung, dass ich nicht dumm, sondern ein erfahrener Controller bin, der nach der Devise arbeitet: Geld nur gegen nachvollziehbare vollständige Belege.

 

Und danach treffen wir uns noch in einer Kneipe mit Charly Tarimo, dem Geschäftsführer der beauftragten Baufirma Andy Ltd. und besprechen einige in den nächsten Wochen auszuführende kleinere Erweiterungen des erteilten Auftrages. Unser Consultant Hidde Bekaan wird die technischen Details der Arbeiten betreuen und als unser Vertreter in den nächsten Monaten mehrmals von Dar nach Kibakwe reisen, um die Arbeiten zu beaufsichtigen.

 

Freitag, der 10.10.

 

Als erstes Fahrt zu den Wasseruhren am Hochbehälter und wir erleben eine Sensation: Innerhalb von 18 Stunden sind von der Quellleitung 200 m³ Wasser angekommen und ins Netz geflossen, was in 24 Stunden 300 m³ entspricht. Bei zurzeit ca. 8.000 Menschen würden also jedem Menschen in Kibakwe täglich rechnerisch ca. 35 Liter Wasser zur Verfügung stehen, wenn sich die Messung in der nächsten Zeit bestätigt. Dies steht im totalen Kontrast dazu, dass uns vor einem Jahr gesagt wurde, dass in der Trockenzeit (und die ist jetzt) täglich nur ca. 4.000 „buckets“ (20-Liter-Eimer) (= insgesamt 40 m³ pro Tag) abgefüllt werden und somit pro Person heute nur ca. 5 Liter pro Tag zur Verfügung stehen. Wenn sich die Messung in der nächsten Zeit bestätigt, versickern heute täglich 260 m³ im Netz bzw. ein Teil wird von Privatleuten u.a. für ihre Gärten genutzt, während „das einfache Volk“ viele Stunden lang nach Wasser ansteht. Wenn tatsächlich täglich 300 m³ Wasser auch in der Trockenzeit von der Quellleitung zur Verfügung stehen, kommt der Sanierung des Verteilnetzes und der Installation von Wasseruhren bei den vorhandenen Privatanschlüssen eine ganz große Bedeutung zu!

 

Danach Rückreise nach Dar es Salaam. Auf dem Weg machen wir bei einer Metallbauwerkstatt in der District-Hauptstadt Mpwapwa Station, deren Aufbau vor 20 Jahren von einem Verein aus dem Bereich der Kreishandwerkerschaft Hannover finanziert wurde (die Welt ist klein!). Die Werkstatt soll für uns ca. 50 „vandalismussichere“ Kästen bauen, in die die Wasseruhren für die Endverbraucher (und Absperrhähne, wenn das Wassergeld nicht bezahlt wird) eingebaut werden. Ein Musterkasten wird besprochen und man wird uns ein schriftliches Angebot erstellen.

 

 

Samstag, der 11.10.

 

Nach Übernachtung im Flughafen-Hotel Finanzabrechnung mit unseren beiden Consultants und Abschlussbesprechung über die in den nächsten Monaten anstehenden Dinge. Um 21 Uhr fliegen wir ab, sind am Sonntag um 10.00 Uhr wieder in Eldagsen und freuen uns schon auf die nächste Reise Ende April 2015. (Vorher kann man wegen der Regenzeit nicht nach Kibakwe reisen.)

 

 

Einige Tage nach der Reise erhielten wir die folgenden Fotos vom Fundament- und vom Rohrgrabenbau. Die Arbeiten laufen!!!!

 

 

 

Aktueller Spendenstand:

Von ca. 200 Personen und Firmen sind mehr als 27.000 Euro eingegangen!

 

 

Am 14.05.2014 stieß die erste Bohrung auf Wasser!
Unterschrift unter den Kooperationsvertrag
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© Hans Mönninghoff